24.10.2026; Pazifik / Coral Sea; Tag 4.529; 31.222 sm total
Zum Frühstück bekommen wir Besuch. Erst sehe ich nur einen schwarzen Schatten und denke, ich habe mich geirrt. Dann hören wir es prusten. Weitere Schatten tauchen auf. Sie sind bereits dicht neben Atanga, schwimmen nach vorn zum Bug. Von hinten rückt eine Armada nach. Ein Fiepen schwirrt in der Luft.
Es sind bestimmt hundert Tiere. Der Strom der Nachrücker will nicht abreißen. Am Bug herrscht schon Gedränge. Es sieht für uns nach beinahe Zusammenstößen aus. Aber die knapp drei Meter langen Tiere sind natürlich viel zu geschickt.
Wahrscheinlich sind es Melonenkopfwale. Die sind für große Schulen bekannt. Über tausend Tiere in einer Gruppe sollen belegt sein. Und dass sie gerne sehr dicht neben Booten schwimmen. Das können wir bestätigen. Einzelne Wale an der Seite lassen sich doch den Rücken von Atanga kratzen, so scheint es.
Fast eine Stunde bleiben sie bei uns. Unter Deck hört man ihre Unterhaltungen besonders gut. Lebhaft wird durcheinander gefiept. Einzelne Tiere drehen um und kommen zu Atanga zurück. Es gibt einen Wal mit verkrüppelter Finne, den sehen wir mehrfach.
Was für ein prächtiger Start in den Tag. Wir haben ein Dauergrinsen ins Gesicht getackert.

Wer nah an der Reeling steht, darf mit Wal-Schnodder rechnen.
Die letzten zwei Nächte hatten ebenfalls Besuch: Tölpel-Alarm. Nicht jeder tierische Besuch ist gleichwertig willkommen. Wie ungerecht. So niedlich, wie ich es finde, wenn sie mit uns reisen, sie hinterlassen eine riesige Sauerei.
Drei Vögel haben es sich auf dem Solarpanel am Heck gemütlich gemacht. Ohne die Rechnung mit Achim zu machen. „Morgen früh ist das Panel zugekleistert und ich bekomme keinen Strom. Kommt nicht in Frage, ihr dürft wieder ausziehen.“ Mit einer Blumenspritze zielt er auf die Tölpel. Genervt geben die Vögel nach mehreren Rückkehrversuchen auf.
Letzte Nacht höre ich eine angeregte Tölpel-Unterhaltung. Ich schaue zum Solarpanel. Das ist leer. Aber ich höre doch Tölpel-Gequake. Dann kann ich es orten. Einer hockt direkt über mir auf dem Bimini. Der bekommt von unten einen Stoß gegen die Füße. Erschrocken fliegt er davon. Einen dicken Fleck Vogeldreck hat er bereits fabriziert.
Der zweite Tölpel sitzt auf dem Großbaum. Guckt mich herausfordernd an: „Hehe, bis hierher kommst du nicht.“ Da hat er Recht. Aber dann fällt mir mein Wanderstock ein. Damit hat Herr Tölpel nicht gerechnet. Er macht die Biege, versucht es wieder, gibt schließlich gegen meinen Stock auf. Auch er hinterlässt einen kleinen Gruß.
Der Wind ist weiterhin schwach. Inzwischen mussten wir den Kurs um zwanzig Grad südlicher korrigieren. Einige Riffe gilt es zu umschiffen. Erwartet hatten wir, dass der Wind dann seitlicher kommt und die Rollerei weniger wird. Aber so wie, wir den Kurs drehen, dreht auch der Wind nördlicher. Er kommt weiterhin platsch von hinten. Neun bis dreizehn Knoten schätzen wir. Tapfer schaffen wir trotzdem einen 4er-Schnitt mit unserem Schmetterling.
Die Wellendichtung
Es gab da ein paar Anmerkungen zur Wellen-Thematik. Daher hier eine Entwarnung: Wegen der undichten Welle braucht sich keiner Sorgen zu machen! Machen wir tatsächlich auch nicht. Es liegen Plan B und C in der Schublade.
Die Pumpe pumpt zuverlässig. Auf Automatik gestellt, springt sie an, sobald ihr Schacht in der Bilge entsprechend gefüllt ist. Hören wir die Pumpe nicht, ist entweder die Welle wieder dicht oder die Pumpe ausgefallen. Das ist ein kleiner, aber feiner Unterschied, den wir erst merken, wenn die Bodenbretter aufschwimmen. ![]()
An Bord liegt eine Ersatzpumpe, noch original verpackt. Baugleich und „zügig“ ausgetauscht. Außerdem gibt es das Modell noch als gebrauchtes Ersatzteil. Und zusätzlich eine Gartenteichpumpe.
Bleibt nur, und man weiß nie, was kommt, dass der Strom an Bord ausfällt. Für diesen Fall haben wir zwei Eimer und eine manuelle Handpumpe.
Aber so weit soll es nicht kommen. Noch 162 Meilen.
Tag 9
101 sm etmal
162 sm Rest
1.093 sm bereits gesegelt
Windstärke: 3 – 4
Wellen: 1,50 Meter
Essen: Bratkartoffeln mit „Brathähnchen“ und Salat
Position: 15°58,6 S / 148°33,6 E










